Psychosomatik

 

Psychosomatische Erkrankungen bedeutet für viele, krank sein ohne Befund. 20 – 30% aller Arztbesuche geschehen wegen unklaren körperlichen Beschwerden, für die im weiteren Verlauf trotz sorgfältigster und intensiver fachärztlicher Abklärung keine organische Ursache gefunden werden kann. Ärzte sprechen dann von somatoformen oder idiopathischen Beschwerden: keiner weiss, warum der Patient diese Beschwerden hat. Die meisten Betroffenen haben einen langen Leidensweg.

Psychosomatik bezeichnet in der Medizin eine ganzheitliche Betrachtungsweise und Krankheitslehre. Der Begriff setzt sich aus den altgriechischen Begriffen Psyche (Seele) und Soma (Körper) zusammen. Die Psychosomatik berücksichtigt psychische Einflüsse auf somatische (körperliche) Vorgänge. Körper und Psyche bilden eine Einheit, die nicht getrennt werden kann.

Wenn die Seele leidet, leidet auch der Körper. Als Entlastungsventil führen psychische Belastungen nicht selten zu körperlichen Schmerzen. Die Psyche macht sich über den Körper bemerkbar. Umgekehrt kann eine körperliche Erkrankung einen Menschen auch seelisch aus dem Gleichgewicht bringen. Auslöser können zum Beispiel Stress, dauerhafte Überbelastung am Arbeitsplatz, Ängste und Sorgen, Trauer, ungelöste Konflikte oder traumatische Erlebnisse sein. 

Wichtig für das Verständnis von psychosomatischen und somatoformen Erkrankungen ist, die Beschwerden sind nicht „eingebildet“, sondern tatsächlich vorhanden und mitunter sehr belastend. Dass keine körperlichen Ursachen gefunden werden können, verunsichert die Betroffenen oftmals noch stärker und ein Teufelskreis entsteht: Die Beschwerden führen dann meistens zu noch größeren Belastungen, die wiederum die Symptome verschlimmern können. Allerdings fällt es den Betroffenen trotz einer solchen sorgfältigen Diagnostik nicht immer leicht zu akzeptieren, dass psychische und soziale Belastungen zu anhaltenden körperlichen Beschwerden führen können. Der einzig wirkliche Unterschied der somatoformen Störung zur psychosomatischen Störung ist, dass die seelischen Belastungsfaktoren so stark im Hintergrund verdrängt liegen, dass sie dem Patienten meist völlig unbewusst sind. Psychosomatische Erkrankungen oder Störungen bezeichnen eine Funktionsstörung oder Fehlregulation von Organen ohne klare Ursache, mit entweder zu vermutenden – dem Patienten unbewussten bzw. teilbewussten oder deutlich nachvollziehbaren – dem Patienten bewussten – seelischen Belastungsfaktoren.  

 

Symptome

Durch seelische Probleme können viele unterschiedliche Krankheitsbilder hervorgerufen werden. Dementsprechend vielfältig sind die Symptome. 

Einige weit verbreitete Beispiele:

  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Rücken-, Nacken- oder Schulterschmerzen
  • Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, Reizdarmsymptome
  • Haarausfall
  • Hauterkrankungen
  • Tinnitus
  • Ängste und Panikattacken
  • Schwindelgefühle
  • Schlafstörungen
  • Herzrasen
  • Atembeschwerden
  • Herz- und Brustschmerzen 
  • sexuelle Unlust oder Impotenz
  • übermäßige Erschöpfung und Müdigkeit
  • Chronische Schmerzen
  • Suchterkrankungen

 

Therapie

Die konkrete Behandlung hängt von der Krankheit, ihrem Ausmaß und dem Leidensdruck der Betroffenen ab. So können z.B. körperliche Behandlungsmaßnahmen, Schmerztherapie, Entspannungsverfahren, Verhaltenstherapie und die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie zum Einsatz kommen.  

In der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie besprechen Therapeut und Patient gemeinsam, welche individuellen Therapieziele erreicht werden sollen. Es geht darum, die Sprache des Körpers mit den Gefühlen zu verbinden. Dabei hat es sich zum Beispiel bewährt, die Ressourcen und Copingmechanismen (Bewältigungsmechanismen) zu stärken, Stressverursacher zu erkennen und zu entkräften. Ebenfalls ist ein wesentlicher Bestandteil der Therapie die Psychoedukation (Vermittlung von wissenschaftlich fundiertem Wissen über zumeist psychische Krankheiten). Dabei soll das Verständnis für die Beschwerden gefördert und der Bezug zu psychischen Konflikten dem Patienten näher gebracht werden. 

Falls Sie an weiteren Informationen zu diesem Thema interessiert sind oder als Betroffener Rat und Begleitung suchen, stehe ich Ihnen gerne in meiner Praxis in München-Schwabing zur Verfügung!